18.04.2019 | Mobilität

Ohne Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur lähmen wir die gesamte Region

Almut Weber
Autor:
  • Almut Weber
  • Projektmanager PERFORM
© Stefan Krutsch

Die Zukunft der Mobilität in FrankfurtRheinMain war zentrales Thema beim Tag der Metropolregion am 8. Mai 2019 in der IHK Frankfurt.

Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt: „Wir brauchen eine Mobilitätsstrategie, die die Pendlerbewegungen der gesamten Metropolregion berücksichtigt. Ohne eine Weiterentwicklung insbesondere der Schieneninfrastruktur lähmen wir Unternehmen, Pendler und damit die gesamte Entwicklung der Region.“ Dies jedoch sei ohne ein Konzept, das alle vier zur Metropolregion gehörenden Bundesländer miteinbezieht, nicht möglich.  

 „Wenn Mobilität nicht an Ländergrenzen Halt machen soll, brauchen wir neue Ansätze,“ sagte der Landrat des Hochtaunuskreises Ulrich Krebs. Ziel müsse daher eine intelligente Verknüpfung von ÖPNV und Individualverkehr mit unterschiedlichen Verkehrstypen sein. Auch kreative Ideen müsse man zulassen, um dieses Ziel zu erreichen.

An Ideen, die angespannte Verkehrssituation in der Metropolregion zu entlasten, mangelt es nicht. „Aber bis zur Umsetzung dauert es viel zu lang“, erklärte Thomas Horn, Verbandsdirektor Regionalverband FrankfurtRheinMain. Heute seien Planungszeiten zwischen 30 und 40 Jahren die Regel. Diese gelte es mindestens zu halbieren.

Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt: „Innovative Ideen wie Mobilitäts-Apps, die in Zukunft bei der Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger eine wichtige Rolle spielen werden, sind von Start-ups entwickelt worden. Um solche technischen Lösungen voranzutreiben, ist es unerlässlich die Region als bevorzugten Gründer-Hotspot Deutschlands zu etablieren und die Verzahnung der mehr als 40 verschiedenen Gründungszentren zu stärken.“

Die „Einfach machen“-Mentalität vieler Start-ups ist eine Herangehensweise, von der sich auch Institutionen viel abschauen können, ist die hessische Staatsministerin für Digitale Strategie und Entwicklung Prof. Dr. Kristina Sinemus überzeugt und plädierte dafür, möglichst viele Digitalisierungsprojekte länderübergreifend zu verproben.

„Heute haben wir die Wahlfreiheit im Stau zu stehen oder im überfüllten Zug den Anschluss zu verpassen,“ betonte Jens Marco Scherf, Landrat des Landkreises Miltenberg, und spricht sich für eine bessere Anbindung ländlicher Regionen an öffentliche Verkehrssysteme aus. Dann würden viele Pendler auch auf Bus und Bahn umsteigen.