08.07.2020 | Zukunftsfähige Gewerbegebiete

Neue Mobilitätskonzepte für Gewerbegebiete

Almut Weber
Autor:
  • Almut Weber
  • Projektmanager PERFORM
(c) Lisa Funke

Die Untersuchung Zukunftsfähige Gewerbegebiete der IHK Darmstadt und der Hochschule Darmstadt im vergangenen Jahr hat gezeigt, viele Gewerbegebiete in der Region sind im Bereich Verkehr nicht optimal aufgestellt.  Die Verkehrswege sind teilweise überlastet oder mit Durchfahrtsverboten beschränkt. Vor allem ältere Gewerbegebiete sind im Bereich Verkehr nicht optimal aufgestellt:

  • fließender und ruhender Verkehr stoßen an Kapazitätsgrenze
  • mangelnde Anbindung an den ÖPNV
  • mangelnde alternative Mobilitätsangebote wie Car- & Bike-Sharing
  • geringere Auslastung der Gewerbegebiete aufgrund überlasteter Zufahrtsstraßen

„Das ist ein dringendes Problem an vielen Unternehmensstandorten in der Region. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Mobilität in Gewerbegebieten in einem neuen Projekt genauer unter die Lupe zu nehmen“, sagt Daniel Kaeding, Referent für Verkehr, Mobilität und Logistik bei der IHK Darmstadt.

Projektpartner ist dieses Mal die Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Acht Studierende des Bachelor-Studiengangs „Mobilitätsmanagement“ setzen sich intensiv damit auseinander, wie ein zukunftsfähiges Mobilitätsmanagement in einem exemplarischen Gewerbegebiet aussehen könnte.

Untersucht wird das Gewerbegebiet Griesheim Nord. „Wir wissen, dass es dort Handlungsbedarf gibt und sind bereits in der Planung, den ÖPNV auszubauen“, sagt Andreas Spickermann, Mobilitätsbeauftragter der Stadt Griesheim, die ebenfalls Partner des Projekts ist.

„Das Spannende dabei ist, dass alle Akteure miteinbezogen werden. Denn nur, wenn Stadt und Unternehmen beim Thema Mobilität an einem Strang ziehen, können erfolgreiche Konzepte entstehen“, sagt Professor Dr. André Bruns von der Hochschule RheinMain. Davon ist auch Daniel Kaeding überzeugt: „Das ist eine Win-win-win-Situation.“ Für die Stadt, die durch gut angebundene Gewerbegebiete attraktiver für Unternehmen werde. Für die Unternehmen, die durch Kooperation untereinander gemeinsame Mobilitätsangebote für ihre Mitarbeiter schaffen und so als Arbeitgeber punkten könnten. Und nicht zuletzt für die Mitarbeiter, die so einfacher, sicherer und nachhaltiger zur Arbeit kämen. 

 „Die Kombination der Mobilitätsangebote ist wichtig. Wenn die Stadt einen Fahrradweg baut, müssen die Unternehmen zum Beispiel Fahrradstellplätze und Duschen zur Verfügung stellen“, erklärt Professor Dr. André Bruns. Auch Andreas Spickermann unterstreicht die Bedeutung eines gemeinschaftlichen Handels. Das sei auch das Anliegen der Stadt Griesheim. So werde man eine Verzahnung mit dem Gewerbe schaffen.

Profieren von dem Projekt wird auch die Metropolregion FrankfurtRheinMain. Die Erkenntnisse der aktuellen Untersuchung werden auch anderen Gewerbegebieten in der Region zur Verfügung gestellt.