13.08.2019 | Zukunftsfähige Gewerbegebiete

Grün, nachhaltig, intermodal – Gewerbegebiete der Zukunft

Almut Weber
Autor:
  • Almut Weber
  • Projektmanager PERFORM
(c) IHK Darmstadt / Dagmar Mendel
Die Kommunen in der Metropolregion FrankfurtRheinMain stehen vor der Herausforderung, Gewerbegebiete zukunftsfähig zu gestalten. Keine einfache Aufgabe, insbesondere weil immer mehr Flächen versiegelt sind. Schon heute sind deswegen Kommunen kaum gewappnet, um mit den Auswirkungen des Klimawandels wie Hitzeperioden und Starkregen umzugehen.

Unterstützung erhalten sie jetzt von Studentinnen und Studenten des Bachelor-Studiengangs Umweltingenieurwesen der Hochschule Darmstadt. In einem viermonatigen Projekt nehmen sie südhessische Gewerbegebiete unter die Lupe und entwickeln innovative Ideen und eine Vision für ein konkretes Gewerbegebiet. Fünf Studierende erzählen, was ihrer Meinung nach wichtig ist und warum ihnen dieses Projekt besonders Spaß macht.
David Haselberger:

„Eine grüne Infrastruktur, intermodale Mobilität – also die Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel innerhalb eines Weges – und Klimaneutralität haben meiner Ansicht nach die größten Nachhaltigkeitseffekte. In zukunftsfähigen Gewerbegebieten müssen die dort angesiedelten Unternehmen viel stärker als bisher miteinander kommunizieren und kooperieren. Zur Schonung natürlicher Ressourcen benötigen wir eine Kreislaufwirtschaft, in der anfallende Abfälle möglichst hochwertig verwertet oder erneut verwendet werden. Bei dem Projekt begeistert mich der große Realitätsbezug und das interdisziplinäre Arbeiten besonders.“
Daniel Heim:

„Die Gewerbegebiete der Zukunft zeichnen sich durch viele Grün- und Freiflächen aus, auch Dachbegrünungen. Sie benötigen ein klimafreundliches Verkehrskonzept, eine soziale Infrastruktur und geopolitische Zusammenhänge müssen dort ebenfalls beachtet werden. Das Thema Resilienz wird eine immer größere Rolle spielen ebenso wie die Automatisierung, die auch mit einbezogen werden muss. Ich finde es sehr spannend, dass wir bei diesem Projekt freie Entfaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten haben und Maßnahmen entwickeln können, die umgesetzt werden könnten.“
Aaron Bauer:

„Bei der Planung von neuen Gewerbegebieten sollte die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt gestellt werden. Denn Verbesserungen im Nachhinein sind viel schwerer zu realisieren. Dabei wird der Flächenentsiegelung und dem Regenwassermanagement in Zukunft noch eine viel größere Bedeutung zukommen. Zukunftsfähige Gewerbegebiete benötigen ein gutes Angebot alternativer Verkehrsmittel und den Ausbau fußgänger- und fahrradfreundlicher Wege. Zudem sollten sie auch über grüne Erholungsgebiete für die Angestellten verfügen. Dass wir bei diesem Projekt das theoretisch Gelernte in die Praxis umsetzen können, finde ich besonders interessant.“
Max Laue:

„Ausreichende Speichermöglichkeiten oder die standortnahe Verwertung von überschüssiger Energie, Emissionsverringerung durch intermodale Mobilität und ein ressourcenschonendes Abfall- und Wertstoffmanagement sind für mich die Merkmale mit dem größten Nachhaltigkeitseffekt. Gewerbegebiete der Zukunft werden die Sustainable Development Goals, die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, einhalten müssen. Außerdem werden sie sich durch eine geringe Flächenversiegelung und eine allgemeine Aufenthaltsqualität, die auch Barrierefreiheit einschließt, auszeichnen. Den Bestand in den Gewerbegebieten mit Geoinformationssystemen zu erfassen und zu bearbeiten, hat mir bei diesem Projekt sehr viel Spaß gemacht.“

Thanh Thu Luong:

„Gewerbegebiete brauchen einen guten Verkehrsanschluss, also die Möglichkeit, auch ohne Auto dort hinzukommen. Auch die Themen Solaranlagen, Dachbegrünung sowie Grünstreifen und wasserdurchlässige Bodenbeläge werden in Zukunft an Relevanz noch zunehmen. Um die Herausforderungen von Heute und Morgen zu meistern, müssen die Unternehmen viel enger als bisher miteinander kooperieren. Die Bestandsaufnahme in den Gewerbegebieten mit anschließender Problemanalyse finde ich bei diesem Projekt besonders interessant.“

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier: